Dienstag, 21. April 2015

"Kulinarischer Dienstag" - Rettungsschirm für Schokokuchen

Oder wie man aus einem Schoko-Desaster einen Sonntagskuchen macht


Zu jeder neuen Staffel von The Big Bang Theory kommt vor dem ersten Teil eine kurze Zusammenfassung der vergangenen Ereignisse durch die Stimme von Penny und es beginnt immer mit: "neulich bei den Nerds..." So ähnlich fühlt es sich an wenn ich an den Sonntagskuchen vom vergangenen Wochenende denke. Eigentlich wollte ich ja einen Käsekuchen machen, so was nettes, leichtes mit Früchten ... Erdbeeren vielleicht ... aber dann habe ich dummerweise den Mann mit in die Kuchenfrage einbezogen und ihm mehrere bunte Bilder von unterschiedlichen Kuchen zur Wahl vorgelegt. Der Mann wollte auf keinen Fall einen Käsekuchen und hat zielsicher eine Schokovariation mit Schaumküssen ausgewählt. Das Rezept stammt aus einem der letzten Lecker Spezial Ausgaben (Special 2015 Nr. 1), hatte überschaubare Zutaten, klang einfach und der Kuchen auf dem dazugehörigen Foto sah bis auf die Deko ansehnlich und lecker aus. Kleine Schaumküsse sollten zwischen Schokoladen und Schokofüllung eingebacken werden.

Ich also Zutaten eingekauft und (zum Glück schon am Samstag Abend vor Ladenschluss) freudig ans Werk gemacht. Beim zubereiten des Streuselteigs hätte ich eigentlich schon skeptisch werden müssen, denn der Teig war so gar nicht nach meinem Backgeschmack, ziemlich krümelig halt, der Boden liess sich noch ganz easy andrücken aber ein gleichmässiger, 2,5 cm hoher Rand war mit den trockenen Krümelchen schon eine Aufgabe. Soll ja auch gut aussehen. Beim Schaumküsse einsetzen sah alles noch ganz rosig aus, und auch die Creme hatte eine gute Konsistenz und Geschmack.








Das eigentliche Problem trat dann erst im Ofen auf, denn die Schaumküsse hielten nicht sehr viel davon sich unter der Creme zu verstecken, sie trieben an die Oberfläche und dort verbrutzelte ihre Schokolade innerhalb von 10 Minuten und die Kuchenfüllung blieb schön flüssig und ungebacken unter dem Schaumkussschutzschild zurück. Es hatte optisch rein gar nix mehr vom Kuchen aus dem Backheft und die angeschmorten Schaumküsse verströmten einen Kokelgeruch. Kurzerhand Rettungsaktion eingeleitet, Schaumküsse runter gepflückt und den Kuchen noch mal in den Ofen zurückgeschoben. Jetzt hatte ich wenigstens einen durchgebackenen Kuchen der ziemlich hässlich aussah aber eine brauchbare Basis für den Rettungsschirm bot. Der Mann schon nörgelig und in Panik dass es nix mehr wird mit dem Kuchen, ich wieder auf dem Weg zum Supermarkt. 






Nach einer Nacht Ruhe und dank Mascarponecreme und Schokosauce ist dann doch noch ein leckerer Kuchen daraus geworden. Und auch optisch konnte noch einiges gerettet werden. Saftige Schokoladentarte mit Mascarponecreme und Schokosauce statt Schoko-Schaumkuss-Tarte.






Man braucht:

250g Zartbitterkuvertüre
325g weiche Butter
125g braunen Zucker
125g weißen Zucker
4 Eier
2 EL Backkakao
250g Mehl
etwas Salz
1/2 TL Backpulver
250g Mascarpone
150g Schlagsahne
2 EL Orangensaft

Für den Teig 125g weiche Butter mit braunem Zucker und einer Prise Salz schaumig rühren. 50g Kuvertüre grob reiben und zusammen mit 200g Mehl, Backpulver und Kakao unter die Masse geben und per Hand zu Streuseln verarbeiten. Dann eine Tarte-Form gut einfetten (im ursprünglichen Rezept wurden Springform und Backpapier verwendet, rate ich aber von ab) und die Streusel in der Form gleichmässig andrücken, so dass ein Boden mit Rand entsteht. Bei 175°C Umluft für 15 Min vorbacken und danach in der Form auskühlen lassen (ca. 30 Min). In dieser Zeit die Füllung herstellen. 

Dazu restliche Kuvertüre hacken und zusammen mit 200g Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze unter Rühren schmelzen lassen. Eier zusammen mit 100g Zucker schaumig schlagen und die warme Schoko-Buttermischung langsam unterrühren. Zum Schluss noch 50g Mehl untermischen und die Füllung gleichmässig auf dem vorgebackenen Boden verteilen. Bei 175°C Umluft noch mal für 15-20 Min backen, die Füllung sollte zwar fest werden aber nicht knochentrocken. Tarte gut auskühlen lassen, am besten über Nacht. 

Für die Mascarponecreme die Sahne halb steif schlagen, Mascarpone mit 25g Zucker und Orangensaft glatt rühren und Sahne unterheben. Bis zum servieren im Kühlschrank aufbewahren und kurz vorher gleichmässig auf der Tarte verstreichen und mit (gekaufter) Schokosauce dekorieren. Wer auch die Sauce noch selber machen mag braucht nochmals 50g Kuvertüre und 25g Kokosfett. Beides zusammen in einem kleinen Topf bei milder Hitze unter Rühren schmelzen und vor dem servieren abkühlen lassen. 


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