Sonntag, 8. Februar 2015

Gegen die Faulheit und den Schweinehund

Oder warum es ziemlich einfach ist gesund zu leben wenn man sich aufrafft


Es ist in aller Munde, in den Medien und praktisch jede zweite Neuerscheinung in der Sparte Kochbuch handelt vom gesunden, vitalen (und hippen?!) Leben. Alles super easy natürlich, für Faule, für Berufstätige, für Zwischendurch und To Go. Auch in meinem Bücherregal tummeln sich solche Exemplare, denn mal ehrlich, man gibt ja die Hoffnung nicht auf, auf eine gesunde, selbstgekochte und abwechslungsreiche Ernährung mit frischen Waren vom Markt, aus dem Bioladen und das alles noch ohne Probleme vor oder nach einem langen Arbeitstag. Und meistens sind wirklich inspirierende Bilder in diesen Büchern und leckere Rezepte. Ich blättere gerne darin, schau mir sie Zutaten an und das hübsche Geschirr dass dort verwendet wird. Auch das ein oder andere (teure) Küchengerät wird dort angepriesen und vollbringt wahre Wunder - ja dafür bin ich empfänglich. Kochen tue ich dann eher selten etwas aus den Büchern, es scheitert an der ein oder anderen Zutat die so hipp ist, dass ich durch die halbe Stadt zu einem schnieken Laden fahren muss oder es gibt sie sowieso nur im Netz, wird direkt aus den USA oder von sonst wo eingeflogen. Da stellt sich dann wieder die Frage nach dem ökologischen Fußabdruck und ob die ganze Geschichte dann noch so bio, hipp und gesund ist...

Ich koche gerne, noch lieber backe ich. Doch gebe ich offen zu, ich habe meistens keine Lust nach 12 Stunden außer Haus auf dem Heimweg noch schnell super inspiriert an einem Supermarkt halt zu machen und im Anschluss dann lange in der Küche zu stehen um viele einzelne Komponenten gesund und slow cooking zu einem Essen zu verbinden. Zu diesem Zeitpunkt denke ich meist schon über mein warmes Bett nach und dass ich noch ein paar Reihen Stricke will. Am nächsten Morgen hab ich dann üblicherweise ein angeknackstes Gewissen weil ich wieder in der Kantine essen werde. Kochen, Backen, Einkaufen - das ist was für den freien Tag. 






Doch in letzter Zeit habe ich einen Weg für mich gefunden meine Tage mit gesundem, frischem Frühstück und Salat ein bisschen besser zu gestalten. Das ein oder andere Mitnahmegericht ist auch dabei, und es erfordert nur ein wenig Planung und einen kräftigen Arschtritt für den inneren Schweinehund. Eine wirkliche Inspiration ist dabei aktuell der Blog vanløse blues. Ja, ich denke Maria macht das eher hauptberuflich und auch ihre Bilder sind wirklich schön und inspirierend, aber neben einem ordentlichen Mixer bedarf es lediglich gängigen Küchenzubehörs und die meisten Rezepte bestehen aus wenigen Zutaten und bis auf das frische Obst und Gemüse habe ich diese in der Regel in meinen Schränken. Und wer am morgen eine halbe Stunde Zubereitungszeit für Joghurt mit Obst, Haferbrei oder Smoothie mit einplant startet mit einem ordentlichen Lunchpaket in den Tag, hat weniger Hunger und lebt gesünder. 

Und frei Tage lassen sich super nutzen um ein paar Salate im Glas vorzubereiten, so dass man die auch schön greifbar im Kühlschrank hat. Mit dem richtigen Schichten der Zutaten bleibt er knackig und frisch und ergänzt jedes Kantinenessen. Ein bisschen Planung, ein bisschen Aufraffen und das mit dem Hippen, gesunden Leben ist geritzt. Wird ein langer, staubiger Sommer für die schicken Kochbücher...



 

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