Sonntag, 1. Juni 2014

Ausschlaftag

Wo ist sie hin, meine Gabe?


Es gab mal eine Zeit, da war jeder Tag Ausschlaftag. 
Völlig egal ob Wochentags oder Wochenende, Urlaub oder was auch immer. Ich hab ausgeschlafen wenn es nur irgendwie möglich war. Also nicht so bis neun, eher bis elf oder zwölf. Je nach Lebenslage. Im Zug, im Auto, im Flugzeug.... kaum hat sich das Gefährt bewegt hab ich schon gepennt. Am Stand, im Schwimmbad auf der Liege oder auf dem Handtuch... ich konnte überall schlafen. Somit war ich quasi immer erholt und frisch. 

Gut früh aufstehen können war für mich der Indikator für unwiederrufbar Erwachsen sein.  Nur alte Menschen brauchen nicht mehr viel Schlaf und lesen um sechs Uhr morgens schon die Zeitung, fröhlich versteht sich. 

Ich hatte immer Glück, uns musste nie wirklich früh raus. Weder in der Uni noch in meinem Job. Wenn man mal von den zwei Hausdurchgangstagen in der Logistik absieht an denen ich morgens um sechs fast von der Rampe geknallt bin. Gediegener Start in den Arbeitstag um neun oder später, je nach Schicht. Und Sonntags, ja da ist wie eh und jäh Ausschlaftag. Denkt man.

Es muss zwar auf jeden Fall vorne eine sieben auf dem Wecker stehen, aber viel länger klappt es dann auch nicht mehr mit dem schlafen. Weder im Auto noch in einem anderen Gefährt. Auch nicht mehr auf der Sonnenliege oder am Strand. Ich bin einfach nicht mehr müde. Statt schlafen oder dösen in der Sonne lese ich jetzt halt. Hat auch was. Man sieht aber nicht annähernd so erholt aus. Man bekommt Falten vom Augen zusammen kneifen in der Sonne. Und ein lahmes Handgelenk vom Buch halten. Und so einen glasigen Blick weil man mit den Gedanken eigentlich ganz wo anders ist.

Laut meiner Cousine wird alles was man 21 Tage hintereinander macht zur Gewohnheit. Hätte ich das mal bloß nicht mit dem Aufstehen getestet. Aber wie sagt man so schön: die Geister die ich rief. Vielleicht muss ich auch einfach der Wahrheit ins Auge blicken. Ich bin wohl unwiederrufbar Erwachsen. Immerhin reicht es noch nicht für die Zeitung um sechs :)


aus den Weiten des Internet. und sehr treffend.

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