Sonntag, 9. März 2014

#22 "Maigret verliert eine Verehrerin"

Meine Woche mit Maigret Band 22

Selbst im Polizeipräsidium passieren Verbrechen. Man glaubt es kaum.

Der Fall: Maigret wird jeden morgen von einer jungen Frau auf dem Präsidium erwartet. Beharrlich sitzt sie im Wartesaal und will immer nur den Kommissar sprechen. Und ihre Geschichten über die Wohnung ihrer Tante sind... naja, sonderbar. Und während man sich am Quak des Orfèvres über die heimliche Verehrerin lustig macht versucht der Kommissar die lästige Besucherin zu umgehen. Bis er zu einer Toten gerufen wird die sich als Tante der jungen Frau herausstellt. Und von Cécile fehlt jede Spur. Ein gutbürgerliches Haus mitten in Paris, eine neugierige Concierge und Mieter die dem Kommissar zutiefst zuwider sind erschweren seine Ermittlungen. Und dann fällt noch die Leiche Céciles aus dem Besenschrank im Polizeirevier. Und während sich Maigret von Wohnung zu Wohnung arbeitet wird der Kreis der Verdächtigen größer. Und am Ende wird der Mörder geschnappt. Ist ja bei Simenon nicht selbstverständlich.

Fazit: Maigret contra Laster und Ausschweifungen. Das Haus mit seinen schmierigen Bewohnern, Simenon beschreibt wieder mal das Bürgertum mit all seinen Abgründen und Makeln die fein säuberlich hinter Gardinen und geschlossenen Türen vor neugierigen Augen verborgen werden. Doch eine Concierge weiß alles und so taucht der Kommissar ein in dieses Haus mit seinen Geschichten. An dem ihm, wie es scheint, so ziemlich alles zuwider ist. Selbst das Kino hat seine Unschuld verloren und Maigret erscheint uns prüde und steifer denn je.



Georges Simenon
"Maigret verliert eine Verehrerin"
Sämtliche Maigret-Romane Bd. 22
Diogenes 2008
208 Seiten

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