Sonntag, 2. Februar 2014

#17 "Maigret in der Liberty Bar"

Meine Woche mit Maigret Band 17

Ein schauderhaftes Cover und der Buchrücken hat eine Beule. Was da wohl geheimes mit eingearbeitet wurde? Wahrscheinlich nur ein dicker Klumpen Leim.

Der Fall: Maigret, schwarz gekleidet und mit Melone wie immer, in Antibes. An der Sonnenküste mitten zwischen urlaubenden Reichen und schönen wurde ein Ausländer ermordet, ein ehemaliger Mitarbeiter des Geheimdienstes! Während Antibes in Aufregung ist kommt der extra aus Paris angeforderte Kommissar mit dem Urlaubsfeeling nicht so gut klar und treibt träge durch den Tag. Hinter der ordentlichen Fassade des Toten entdeckt er Schmuddel, eine Geliebte samt Mutter und geheimnisvolle Ausflüge deren Zielort keiner kennt. Auf seiner Suche landet Maigret in einer kleinen Bar, eine Art Endstation der Endstationen und lernt das wirkliche Leben des Mister Brown kennen. Und während Familie, Geliebte und Ganoven um das Erbe streiten findet Maigret den Mörder, der Sohn des Toten regelt alle Angelegenheiten und die Welt dreht sich weiter. 

Fazit: Man kann sich den trägen Maigret im strahlenden Sonnenschein des Urlaubsstädtchens vorstellen. Der ganze Fall hat etwas von dieser Trägheit, dieser Klebrigkeit, vielleicht kommt die Geschichte deshalb nur mühsam in Fahrt und entwickelt sich langsamer als sonst. Oder es kommt mir nur so vor da der Kommissar so fehl am Platz scheint wie selten zuvor. Auch hier stehen menschliche Schwächen im Mittelpunkt doch weniger das von Simenon gerne beschriebene Kleinbürgertum rückt ins Zentrum, viel mehr die Kontraste zwischen den Reichen in den Sommervillen und einer Handvoll an den Rand gerückter Existenzen die durch den Toten miteinander in Berührung kommen. Ein ordentlicher Maigret, nicht mein Liebster, dafür schreckt mich die Dame vom Cover zu sehr ab.





Georges Simenon
"Maigret in der Liberty Bar"
Sämtliche Maigret-Romane Bd. 17
Diogenes 2008
176 Seiten

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