Mittwoch, 8. Januar 2014

Ist nur Kino

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Letzten Sonntag war ich endlich mal wieder im Kino. Gefühlt ist es eine Ewigkeit her (in echt war ich am 23.12.2013 noch schnell im zweiten Teil des Hobbits).  Das fehlt mir hier wirklich, das kleine Programmkino um die Ecke wo man für 5,- Euro jede Menge klasse Filme sehen konnte. Die sonst nirgendwo liefen und auf die ich auch nirgendwo gestoßen wäre, wären  sie mir nicht in einer Vorschau vor einem anderen wunderbaren Film begegnet. Von 2011 bis Februar 2013 war ich jeden Monat mindestens zwei mal im Kino, manchmal jede Woche. Und obwohl ich dieses mal in einem dieser großen, Bahnhofshallenartigen Monsterkinos war (boah sind die Toiletten da eklig) passt der Film auch gut in ein kleines Programmkino.




Der Film: Walter Mitty verwaltet seit 16 Jahren das Negativarchiv des Life!-Magazins, irgendwo in den Katakomben des großen Verlagsgebäudes. Viel passiert ist nicht in seinem Leben, und neben seiner Mum und seiner Schwester ist der einzige der näher Kontakt mit ihm hält ein Mitarbeiter einer Dahingleite, der verzweifelt versucht ein bisschen Pep in Walters müdes Profil zu bringen. Walter verliert sich gerne in Tagträumen, sein Leben lang schon und jetzt besonders seit er ein Auge auf Cheryl, eine neue Kollegin, geworfen hat.
Als raus kommt, dass Life zukünftig nur noch online erscheinen wird und die letzte Ausgabe mit einem besonderen Bild des Life! Fotografen Sean O'Connell gekrönt werden soll muss Walter feststellen -  er hat ein Foto verloren. Ab jetzt sind ihm nicht nur die Bosse von Life! auf den Fersen, es plagt ihn auch das schlechte Gewissen die Arbeit von O'Connell nicht vollenden zu können. Walter begibt sich auf die abenteuerliche Suche nach dem Fotografen um doch noch an das Negativ Nummer 25 zu kommen. Doch O'Connell ist schwer greifbar und als Anhaltspunkte hat Walter nur drei Bilder, Nummer 22, 23 und 24. Das erste führt ihn in eine Bar nach Grönland, das zweite auf ein Fischerboot im Eismeer. Walter radelt mit dem Fahrrad über Island, per Telefon begleitet vom Datingseitenmitarbeiter und findet  am wieder nur einen weiteren Hinweis denn O'Connell ist längst schon weiter gezogen.
Am Ende findet er ihn doch, hoch in den Bergen von Afghanistan und muss erkennen, dass er Negativ 25 nicht verloren sondern stets bei sich hatte. Und die legendäre letzte Ausgabe von Life! kommt doch noch pünktlich mit O'Connells Bild der "Quintessenz von Life!" auf den Markt. 
Und Walter? Der bekommt das Mädchen. 

Fazit: Am Anfang war es mühsam, ich gebe es ehrlich zu ich war enttäuscht und die ganze Tagträumerei hat mich total verwirrt. Doch mit dem verschwundenen Negativ Nummer 25 ist auch der Film in Fahrt gekommen. Die Geschichte ist skurril aber Walter (Ben Stiller) eine herrliche Figur. Und die Landschaftsaufnahmen von Grönland, Island und all den anderen wundervollen Orten auf Walters Reise sind einfach brillant. Und Sean Penn als Fotograf in den Bergen kauernd, unter einer alten Omadecke in dieser Kulisse - einfach perfekt. Mir gefällt einfach der Mix aus Story, Bildern und Filmmusik (David Bowie "Space Oddity"). 
"Im Leben geht es um Mut. Und um den Aufbruch ins Unbekannte." Stimmt. Was auf dem Foto war wollt ihr wissen? "Sagen wir mal eine Geisterkatze."

Keine Action, kein flacher Humor. Feiner Witz, eine gute Message und ein bisschen zwischen den Zeilen lesen gepaart mit tollen Bildern und schöner Filmmusik. Ich glaub der Film ist nix für harte Männer. Aber mir hast gefallen.



Twentieth Century Fox
Kinostart DE: 01.01.2014

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