Freitag, 13. Dezember 2013

Ein Traum von einem Keks

Alljährlicher Weihnachtskeksbackmarathon Teil I


Es ist verdammt spät dieses Jahr um mit dem traditionellen Keksbacktag in der Vorweihnachtszeit loszulegen. Aber was soll ich sagen, Urlaub, Dienstreise, fiese Erkältung - es hat sich vorher kein freier Tag angeboten. Und es muss ein ganzer Tag sein, ein paar Stunden reichen einfach nicht.

Angefangen hat alles mal vor Jahren, da haben wir alle drei noch Zuhause gewohnt. Mit einer Sorte Plätzchen und drei Ausstechförmchen. Drei Kinder- drei Förmchen. Ein Engel, eine Lock und eine Glocke. Man wusste auf den ersten Blick wer welchen Keks verbrochen hatte. Die Förmchen haben zu dieser Zeit nie den Besitzer gewechselt. Backen gefällt mir, auch wenn ich selber nicht so gerne Kekse esse, andere damit glücklich zu machen, das hat sich für mich zu einem festen Ritual in der Adventszeit entwickelt.




Die Menge der Abnehmer wurde größer, es kamen neue Ausstechet dazu und viele neue Rezepte. Und plötzlich habe ich einen ganzen Tag in der Küche verbracht, je nach Tagesform fünf bis neun Sorten Kekse fabriziert mit tatkräftiger Unterstützung meines kleinen Bruders. In dieser wirklich hässlichen 3qm-Küche. Ich hab nur Teig gemacht und Bleche geschoben. Er hat am Wohnzimmertisch Kekse ausgestochen. Und abends lag dann der ganze Fußboden voll Backpapier mit den unterschiedlichsten Plätzchen drauf zum abkühlen. Ein paar Umzüge später, es sind massig Rezepte und Ausstechförmchen dazu gekommen. Auf meinen Bruder muss ich schon seid ein paar Jahren als Kekshilfskraft verzichten, auch er ist groß geworden, hat einen Job und unsere Küchen trennen 500km. Aber am Backtag hat er zumindest noch eine WhatsApp-Standleitung und die Vorfreude auf ein Carepaket.

Der Weihnachtskeksbackmarathon verlangt eine präzise Planung und gute Vorbereitung denn traditionell werden keine Kekse zwei mal gebacken. Bis auf Omas Mandelbrötchen. Das sind die einzigen Plätzchen die ich selber gerne mag. Also, Rezepte sammeln, Bücher sichten und selektieren. Einkaufsliste schreiben, Mengen möglichst optimal zusammenfassen und nix vergessen (hat wieder nicht geklappt, dieses Jahr fehlte das Marzipan in meinem Beutel.) Am Backtag früh aufstehen. Heute war ich so früh dass ich mir nicht sicher war ob man schon irgendwo Marzipan bekommt um diese Uhrzeit. Kurz überblicken was eine sinnvolle Reihenfolge wäre, möglichst wenig Leerlauf am Ofen und keine vergeudete Wartezeit beim Teigkühlen. 

Und dann noch die letzte (oder erste) große Hürde nehmen - das Auswählen der Ausstechförmchen. Mittlerweile besitze ich etwa 150 unterschiedliche Förmchen und bei jedem Besuch in Hamburgs Innenstadt kommt ein neues dazu. Ich hab alles, vom schnöden Stern über Werkzeug, das komplette Alphabet, verschiedene Tiere, Fotokameras, Wahrzeichen großer Städte und ein vollständiges Heidi-Set. Mit Almöhi, Geißenpeter, Hütte und Berg. Es gibt kaum was was es nicht gibt. Engel, Lock und Glocke sind auch heute noch dabei.





In die engere Auswahl dieses Jahr haben es geschafft: ein Pilz, das Edelweiß aus dem Heidiset, eine Königslilie, der kleine Stern, ein Herz und etwas was wie in leicht demolierter Kreis aussieht. Gebacken wurden Apfel-Zimt-Pilze, kleine Haselnusslebkuchen, Kirschmakronen, Cranberrytaler, Chillisterne und Omas Mandelbrötchen. Der Post mit den Rezepten folgt. Jetzt erst mal gute Nacht!


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