Sonntag, 22. Dezember 2013

#12 "Maigret und das Schattenspiel"

Meine Woche mit Maigret Band zwölf

Die beste Pariser Gesellschaft erwiest sich als unangenehmer Nachbar.

Der Fall: Eine der besten Adressen in Paris, ein vermeintlich sicherer Stadtpalais mit 
Concierge und hellhörigen Nachbarn, und doch wird ein wohlhabender Geschäftsmann ermordet. Maigret taucht ein in das Haus am Place des Voges und muss erkennen dass sich hinter jedem Fenster die gleichen Geschichten abspielen, menschlicher Makel macht auch vor der feinen Gesellschaft nicht halt. In seinen Ermittlungen rangeln Geliebte, Ehefrau und Exfrau des Toten um eine ordentliche Summe Geld und die Concierge steht dem Kommissar mit Klatsch und Tratsch des Hauses zur Seite. Und auch wenn die feinen Bewohner nicht erfreut sind über Maigret und seine Ermittlungen, so findet dieser am Ende doch den wahren Mörder in all diesen Verstrickungen und falschen Fährten.

Fazit: Maigret steht der guten Gesellschaft skeptisch gegenüber und das kann ich gut nachvollziehen. Das feine Haus mit seinen feinen Bewohnern und den dreckigen Geschichten. Fast schon klischeehaft reizt Simenon hier das Bild des wohlhabenden Pariser Bürgers aus, so glaubhaft dass man lieber keinen Kontakt zu den beteiligten Personen haben möchte. Der Kommissar wandelt plump, groß und bedrohlich durch die Komfortzone der Bewohner die sich, trotz einer Menge Dreck am Stecken, über all dies erhaben fühlen. Maigret sehnt sich nach seinem Zuhause, seiner guten Stube mit Schwager und Schwägerin darin, ein Kartenspiel und bodenständiges Leben. Letztlich siegt natürlich seine Bodenständigkeit über Geld und Namen, es war ja noch keiner schlauer als der Kommissar.




Georges Simenon
Maigret und das Schattenspiel
Sämtliche Maigret-Romane Bd. 12
Diogenes 2008
176 Seiten

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