Sonntag, 15. Dezember 2013

#11 "Maigret und die kleine Landkneipe"

Meine Woche mit Maigret Band elf

Getrennt von Madame Maigret die wie jedes Jahr im Elsass weilt mischt Maigret die vermeintliche High Society auf.

Der Fall: Ein abgelehntes Gnadengesuch bringt einen vom Kommissar verhafteten Verbrecher die Hinrichtung und Maigret einen Hinweis auf ein zurückliegendes Verbrechen und eine kleine Landkneipe. Doch der Kommissar ist in Aufbruchstimmung in seinen wohlverdienten Urlaub zu Madame Maigret ins Elsass. Ausgerechnet bei der Hutanprobe vor seiner Abreise fällt erneut der Name der kleinen Landkneipe, und da Maigret nicht an Zufälle glaubt führt ihn sein Weg nun Richtung Morsang und Madame muss weiterhin auf ihn warten. Er findet sich auf dem Land wieder, als Randfigur einer inszenierten Bauernhochzeit, als Gast einer opulenten Sonntagsgesellschaft und immer wieder in der  Landkneipe zum letzten Sou. Doch auch die feinste Gesellschaft ist nicht frei von Makeln und dem feinen Spürsinn und der Geduld Maigrets entgeht nichts in diesen grellen Sommertagen. Und so klärt sich zum Ende nicht nur ein Verbrechen auf.

Fazit: Ich denke Maigret ist die Gesellschaft in die er hineingerät genau so unangenehm wie sie mir beim lesen erschien. Auch wenn er zunächst nicht abgeneigt ist vom leichten, sorglosen Sommerleben auf dem Land. Und doch ist Maigret eben Maigret, bodenständig, bürgerlich, rauh und klotzig und mit den richtigen menschlichen Werten gesegnet. Und er vermisst Madame Maigret, das Elsass und sein schönes Leben wie die liebevollen und für die Maigrets ungewohnt intimen Telegramme deutlich machen. Es geht sogar soweit, dass der Kommissar die leere Wohnung in Paris meidet und gelegentlich im Hotel unterkommt. Es wird Zeit, dass Madame zurück kommt.



Georges Simenon
"Maigret und die kleine Landkneipe"
Sämtliche Maigret-Romane Bd. 11
Diogenes 2008
176 Seiten


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