Sonntag, 17. November 2013

#8 "Maigret und das Verbrechen in Holland"

Meine Woche mit Maigret Band acht

Maigret bewegt sich auf fremden Terrain um einem Landsmann aus der Klemme zu helfen.

Der Fall: Mehr in- als offiziell reist Maigret an den nordöstlichen Rand Hollands um in dem Örtchen Delfzijl einem französischen Professor beizustehen. Seine Ankunft stürzt ihn direkt in die Geburt eines Kälbchens und den Kontakt mit einer adretten jungen Dame. Und auch sie ist irgendwie in den Fall verwickelt, so wie irgendwie alle und doch scheint keiner schuldig.  Maigret stöbert in der ländlichen Idylle, beschattet und kombiniert mit Unterstützung seines holländischen Kollegen, der Franzose ist unschuldig und Maigret steckt mitten in einem Kleinstadtfamiliendrama dessen Auflösung gar nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fällt. Am Ende löst er natürlich auch diesen Fall. Was sonst.

Fazit: Dieser Fall gefällt mir besonders. Nicht nur weil er mich an meinen Opa und die Heimat erinnert,  ich konnte förmlich das Wasser hinterm Deich riechen und die Sonne auf den Dächern sehen. Simenon hat die Idylle hervorragend herausgearbeitet, und doch lauert die Verzweiflung unter allen Dingen. Maigret platzt mitten rein, so wenig französischer Kommissar wie ihn sich die Holländer nur vorstellen konnten. Kommissar Pijpekamp hat so seine liebe Mühe mit dem ausländischen Kollegen. Und doch lässt Maigret ihn in der Dramatik des letzten Kapitels nicht im Regen stehen. Auch hier entwickelst sich die Geschichte eher gemächlich und explodiert zum Ende in eine ungeahnte Richtung.  
Simenon hat seinen Kommissar einst in Delfzijl  erfunden, in der Stadt findet sich sogar ein Denkmal von Maigret. In diesem Band kehrt er also zurück an seinen Ursprung. So unbeeindruckt wie es eben nur der Kommissar kann.



Georges Simenon
"Maigret und das Verbrechen in Holland"
Sämtliche Maigret-Romane Bd. 8
Diogenes 2008
176 Seiten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen