Sonntag, 3. November 2013

#6 "Maigret und der gelbe Hund"

Meine Woche mit Maigret Band sechs

Neue Aufgaben für Maigret: er unterstützt die mobile Brigade von Rennes und ordnet dort bestimmte Abteilungen. Was auch immer das bedeuten mag.

Der Fall: Concarneau im November, ein toter Weinhändler und eine Karaffe mit vergiftetem Aperitif versetzt eine alt eingesessene Kartenspielerrunde in helle Aufregung. Während ein weiterer der vier Kartenspieler aus dem Leben scheidet verschwindet ein Journalist und ein herrenloser gelber Hund versetzt die Bewohner in Angst und treibt sie an den Rand des Aberglaubens. Kommissar Maigret verbringt viel Zeit im Café und eine sonderbare Sympathie zu dem Serviermädchen lässt ihn die richtige Fährte aufnehmen und nach vielen Wegen durch leere Strassen, einem aufgefundenen Versteck und immer neuen Begegnungen mit dem gelben Hund und einem stadtbekannten Rumtreiber kommt die Wahrheit ganz typisch Maigret ans Licht. 

Fazit: Fernab von Paris residiert der Kommissar im besten Hotel am Platz und muss sich einmal mehr durch die Intrigen und Eingeschworenheit einer Gesellschaft arbeiten. Er beobachtet, kombiniert und verwirft - er glaubt an das Gute im Menschen und lässt sich wie so oft nicht von Rang und Namen blenden. Ganz zum Schluss, in den allerletzten Zeilen wird dann doch noch der wahre Täter verurteilt, schon lange nachdem der Fall vom Kommissar geschlossen wurde. Für die Wahren und Guten gibt es ein Happy End, hinaus aus der nebelgrauen Trostlosigkeit, Dank Maigret und seinem salomonischen Einfühlungsvermögen. Und so richtig gesunden Menschenverstand hat er, der Kommissar. Ein Opfer bleibt - der gelbe Hund. Aberglaube entfacht eben meist ein Extrem, das hat der Hund dann doch nicht überlebt.


Georges Simenon
"Maigret und der gelbe Hund"
Sämtliche Maigret-Romande Bd. 6
Diogenes 2008
176 Seiten

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