Sonntag, 20. Oktober 2013

#4 "Maigret und der Treidler der Providence"

Meine Woche mit Maigret Band vier

Maigret tappt mal wieder außerhalb von Paris nicht nur im dunkeln sondern steht auch bis zu den Knöcheln im Wasser.

Der Fall: Eine Frauenleiche am Marne-Kanal führt Maigret in das Dorf Dizy und in eine undurchsichtige, raue und ihm völlig fremde Welt  - dem Leben um, mit und auf dem Kanal. Der Kommissar knüpft Kontakte mit den Einheimischen, beschattet und verhört Verdächtige und doch bleibt ihm die Welt der Schiffer und Treidler verschlossen. Ein vermeidlich reicher Engländer, der wohlhabende Witwer und die ganz normale Landbevölkerung zermürben den Kommissar, bis ganz zum Schluss eine Tour mit dem Rad den richtigen Hinweis bringt. 

Fazit: Maigret ist mal wieder unterwegs, aber diesmal nicht mit dem Zug. Die fremde Welt rund um den Kanal, die Schiffer, Schleusenwärter und das Leben mit dem Wasser und den Gezeiten im immer währenden Nebel und Regen - ich kann mir die verschwommene Gestalt Maigrets mit Hut und Mantel in dieser trostlosen Gegend bestens vorstellen. Nicht zuletzt der viele Regen und die miserablen Wetterverhältnisse sorgen dafür, dass der Leser zusammen mit dem Kommissar so lange im Dunkeln gelassen wird und sich der Fall erst ganz zum Ende lichtet. Und wer wie ich nicht weiß  was ein Treidler ist - als Treideln bezeichnet man das Ziehen von Schiffen mit Tieren oder durch Menschen entlang einer Küste oder wie hier im Buch entlang eines Kanals. Im Gegensatz zu Band drei hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen, auch wenn hier wieder alle ihre verdiente Strafe erhalten ohne das der Kommissar Hand anlegt.


Georges Simenon
"Maigret und der Treidler
der Providence"
Sämtliche Maigret-Romane Bd.4
Diogenes 2008
176 Seiten

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