Sonntag, 6. Oktober 2013

#2 "Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet"

Meine Woche mit Maigret Band zwei

Maigret hat als dienstältester Kommissar die Hoheitsgewalt da alle andern wichtigen Männer der Pariser Kriminalpolizei in den Sommerurlaub entflohen sind.

Der Fall: Paris erwartet den Besuch des spanischen Königs und die Kriminalpolizei hat alle Hände voll zu tun mit den bevorstehenden Sicherheitsvorkehrungen. Nur Maigret sitzt mal wieder im Zug in die Provinz, ein Mord selbstverständlich. Während er sich mit drückender Hitze und der ihm zutiefst unsympathischen Witwe arrangieren muss taucht er Stück für Stück ein in das Leben des ermordeten Handlungsreisenden. Ein Geflecht aus Lügen, ein Doppelleben und ein alter Schulfreund lassen den Kommissar immer tiefer in der Vergangenheit stochern. Und am Ende ist nichts mehr wie es am Anfang schien, Maigret zerbeißt seine Pfeife und präsentiert die Lösung des Falls.

Fazit: Mir scheint Simenon entführt die Leser gerne in die Provinz und gönnt dem Kommissar eine Reise im Zug hinaus aus dem großen, weltmännischen Paris. Die Präzision mit der die Langeweile und das Kleinbürgerliche der Provinz beschrieben wird ist erstaunlich und lässt Maigret um so mehr als großen, plumpen Störenfried in der Idylle wirken.

Sehr sympathisch: Maigret schwitzt und leidet erbärmlich in der drückenden Sommerhitze, ich kann es mir bildlich vorstellen. Und freue mich über den strahlenden Sonnenschein draußen und die herbstlich angenehmen Temperaturen hier im Norden.


Georges Simenon
"Maigret und der verstorbene 
Monsieur Gallet"
Sämtliche Maigret-Romande Bd.2
Diogenes 2008
192 Seiten

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