Sonntag, 29. September 2013

#1 "Maigret und Pietr der Lette"

Meine Woche mit Maigret startet mit Band eins.

Der erste Kontakt also mit Kommissar Maigret der in diesem Band der ersten mobilen Einsatztruppe angehört. Gleich im allerersten Satz macht man Bekanntschaft mit seinem Kanonenofen, da steckt eine tiefe Liebe dahinter wie sich im weiteren Verlauf zeigt.

Der Fall: Maigret soll eigentlich nur einen Mann am Pariser Bahnhof abfangen. Gerade als er diesen auf dem Bahnsteig in der Menge erblickt stolpert er in einen Mordfall in eben diesem Zug. Und Pietr der Lette verschwindet in der Menge und somit im großen Paris.
Doch Maigret, der sich die Beschreibung des Letten penibel eingeprägt hatte stößt auf eine Leiche die dem Entschwundenen erstaunlich ähnlich sieht.
Und schon findet sich Maigret auf einer Reise in die Provinz, einer Beschattung des Verdächtigen und sucht im strömenden Regen eine Person nach der anderen auf um sein Netzt aus Anhaltspunkten enger zu ziehen. Selbst in Lebensgefahr und verletzt bleibt er beharrlich bis der Bösewicht sich am Ende selber erschießt und Maigret sich endlich in sein warmes Bett verkriechen und sich ganz der Pflege seiner Frau hingeben kann.

Fazit: Simenons Buch ist weit entfern von CSI, Hightech oder den kalten, dunklen Krimis aus Skandinavien die die Welt in den letzten Jahren erobert haben. Wer sich darauf eingeschossen hat der wird mit Maigret nicht glücklich  werden. Ich allerdings hab ein warmes Gefühl, was für eine wundervolle Abwechslung zu all der Kälte, Brutalität und Modernität im Krimialltag. Die Sprache fließt nur so dahin, das Paris der zwanziger Jahre formiert sich vor meinem inneren Auge und die massige Gestalt des Kommissars beweg sich darin stets gut gekleidet sowie mit Pfeife und Hut, wenn auch zeitweise so träge und langsam das ich ihn am liebsten einen Schubs geben würde. 

Was mich wundert: Maigret ist hier schon Mitte vierzig, wie will er 75 Bände überstehen? Und was hat er denn all die Jahre davor gemacht? Und für mich kaum zu glauben, dass der Autor dieses Buch wirklich in nur vier oder fünf Tagen geschrieben hat.


Georges Simenon
"Maigret und Pietr der Lette"
Sämtliche Maigret-Romane Bd. 1
Diogenes 2008
192 Seiten

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