Dienstag, 26. Januar 2016

"Kulinarischer Dienstag" - Suppe für die Seele

Rinderkraftbrühe mit selbst gemachter Nudeleinlage


Der Mann ist eine Frostbeule. Und jetzt war es hier im Norden auch noch tage- wenn nicht sogar wochenlang kalt. Es musste Suppe her, denn nur Suppe wärmt (neben den 2 Litern Tee pro Tag) ausreichend und äquivalent in der kalten Jahreszeit. Für das Kochen von klaren Suppen ist in diesem Haushalt der Mann zuständig, zum einen kann er das ganz gut und zum andern steht ausser Frage dass ich ein ganzes, nacktes Suppenhuhn anfasse. Oder das ausgekochte Ding zerpflücke um ein bisschen Fleischeinlage für die Brühe zu bekommen. 

In der letzten Woche wollte der Mann also nach der Arbeit Suppe kochen, diesmal Rinderkraftbrühe aus Beinscheiben. Leider kam ein kurzfristiger Geschäftstermin dazwischen und da stand ich nun mit den Beinscheiben (von denen eine so kraupelig aussah, ich glaube nicht dass die Kuh diese Beinscheibe ernsthaft gebrauchen konnte). Auf der Lister der Dinge die ich nicht anfasse steht an zweiter Stelle, direkt hinter dem nackigen Huhn, Knochen vom Tier - mit oder ohne Fleisch dran. Was soll ich sagen, es war wirklich ein Balanceakt diese Beinscheiben mit der längsten Grillzange die ich in unserem Haushalt finden konnte anzubraten und am Ende wieder aus der Brühe zu angeln. Das Fleisch hat übrigens der Mann abgelöst, irgendwann in der Nacht.







Man braucht:

3 Beinscheiben vom Rind (ca. 750g)
1 Bund Suppengrün/Suppengemüse
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
3-4l Wasser
etwas Öl zum anbraten

für die Einlage:

2 Karotten
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
etwas Öl

für die Nudeln:

200g Pastamehl (oder 100g Weizenmehl und 100g Hartweizengrieß) 
2 Eier
1 EL Öl
1/2 TL Salz


Für die Brühe Suppengemüse, Zwiebeln und Knoblauch  in grobe Stücke schneiden. Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Beinscheiben von beiden Seiten gut anbraten, dann aus dem Topf nehmen und bei Seite stellen. Direkt im Anschuss das Suppengemüse im selben Topf zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen, die Beinscheiben auf das Gemüse legen und alles mit Wasser aufgießen, so dass Gemüse und Knochen gut bedeckt sind. Alles aufkochen und abgedeckt bei mittlerer Hitze für ca. 90 Minuten köcheln lassen, die Brühe ist fertig wenn sich das Mark aus den Beinscheiben komplett aufgelöst hat. Wer für die Einlage noch Fleisch von den Knochen ablösen will angelt die Beinscheiben raus und lässt sie abkühlen, sonst Brühe durch ein Sieb in einen andern Topf gießen und die Knochen zusammen mit dem Gemüse entsorgen. Ich friere etwa die Hälfte der Brühe portionsweise ein und verarbeite die andere Hälfte zu Suppe weiter.






Das Mehl mit Eiern, Salz und Öl in einer Schüssel vermischen und mit der Hand ordentlich (ca. 5 Min.) zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Teig in Frischhaltefolie wickeln und für 30 Min. ruhen lassen. In dieser Zeit die Karotten, Knoblauch und Zwiebeln für die Einlage schälen und in kleine Stücke schneiden, in einer Pfanne mit etwas Öl leicht anschwitzen und dann in die Brühe geben. Den Teig mit einem Nudelholz auf leicht bemehlter Fläche dünn ausrollen. Den Teilfladen locker zu einer Rolle aufwickeln und mit einem scharfen Messer in dünne Streifen schneiden. Brühe aufkochen, Nudeln hinein geben und für ca. 2 Minuten kochen lassen Mit Salz und Pfeffer abschmecken, und schon hat man eine leckere, wärmende Suppe.

Dienstag, 12. Januar 2016

"Kulinarischer Dienstag" - Roggenbrot mit Pekannüssen

Außen Roggenbrot...

...innen Pekannüsse und Fenchelsamen

Hallo again. War still geworden hier auf dem Blog. Das letzte halbe Jahr war gespickt mit tollen, neuen und aufregenden Sachen und ich hatte alle Hände voll zu tun um überhaupt mit meinem Leben mithalten zu können. Da blieb wenig Zeit für handarbeitliche Muse und kreative Zeit in der Küche und meine Kamera hatte ich auch nie zur Hand. Living 2.0 out of oder. Der Mann und ich sind mal wieder umgezogen, diesmal wohl für länger denn es war der erste Umzug in ein Eigenheim. Ein großes Plus ist eine neue, von mir geplante Küche mit Platz für die dicke Bertha und all meinen Küchenkram und mit einem gigantischen Kühlschrank im Zentrum, es ist sowas wie der Gott der Kühlschränke und er steht bei uns in voller Größe mit seinen 140 Kg. 

Ein kleines, wehmütiges Minus ist das unvollständige, chaotische und vollgerümpelte Studio, handwerklich kreativ zu sein ist da noch nicht so einfach (und macht auch keinen Spaß) - da ist uns einfach die Puste ausgegangen und wir warten auf Inspiration, besseres Wetter und die Steuerrückzahlung um dieses nette Stück zuhause auf Vordermann zu bringen.

Und jetzt ist 2016 schon ganze Zwei Wochen alt und ich hab es quasi nicht bemerkt. Die Zeit fliegt. Trotz allem bin ich mit einer Handvoll guter Vorsätze in 2016 gestartet, obwohl ich all die Jahre vorsatzfrei in die neuen Jahre getingelt bin, in 2016 investiere ich in mich! In Form von Zeit, Wellness und Wohlbefinden, ich nutze meine Zeit für Dinge die ich mag, kochen, handwerkeln (habe auch direkt in eine weitere Nähmaschine investiert), fotografieren und ich lese Sonntags Zeitung, ganz gediegen mit Kaffee und Keksen.

Und diesen guten Vorsatz habe ich direkt an Neujahr umgesetzt, als alle andern noch mit müden Feierknochen im Bett gelegen haben, frei nach dem Motto "frisches Jahr - frisches Brot!" Für so ein flottes Roggenbrot hat man in der Regel alles vorrätig und braucht nur ein bisschen Zeit für die Hefe. Abgeguckt bei Yvette van Boven "Home Baked" aus dem Verlagshaus Dumont.




Man braucht:

Ein Tütchen Trockenhefe (7g)
300ml lauwarmes Wasser
300g Weizenmehl 550
200g Roggenmehl
1 EL Fenchelsamen leicht angeröstet
1 Prise Salz
65g Pekannüsse grob gehackt


Die Hefe mit 50ml Wasser in einer kleinen Schüssel aufgießen und für ca. fünf Minuten stehen lassen. Alle trockenen Zutaten in eine große Schüssel geben und vermengen. Eine kleine Kuhle in der Mitte formen und die Hefe hineingießen, mit etwas Mehl abdecken. Jetzt das Wasser dazu geben und alle Zutaten kräftig durchkneten. Ich mache das immer mit der Hand, geht aber auch in der Maschine.  Teig insgesamt etwa 10 Minuten kneten bis er schön glatt und geschmeidig ist. In einer Schüssel abgedeckt für etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.




Den Teig nochmals für ein paar Minuten durchkneten und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech einen runden Brotlaib formen. Teig mit Wasser bestreichen und mit einem Messer längs einschneiden. Dann weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei 180°C für 35 Minuten backen. Etwas abkühlen lassen und direkt mit Butter probieren.







Dienstag, 4. August 2015

"Kulinarischer Dienstag" - homemade Porridge

Quasi to go, absolut Bürotauglich.


Im Gegensatz zum Mann mag ich ja die Britischen Inseln. 
Zuviel Sonne ist ja sowieso schädlich (und eigentlich regnet es in England viel weniger als man denkt), eine gutes Verhältnis von interessanten Großstädten, Küstenlinien, Landschaft und kleinen kultigen Orten, Sehenswürdigkeiten, Shopping und Geschichte. Jede Menge Geschichte, mit alten Gemäuern, Schlössern und Gärten, was halt so dazu gehört. Und ich mag auch das Essen dort, in den Pubs und im Supermarkt. Ich kenne kein Land in dem man besser im Supermarkt einkaufen kann. Mein Favorit ist Sainsbury's, das beste Ginger Ale das ich kenne. Und die Auswahl an Snacks und Mahlzeiten to go, frisch und gesund oder fettig und süß, unglaublich! 

Aber am besten ist in England Frühstücken zu gehen. In einem der kleinen Cafés, bunt und vollgestopft mit Einrichtung und Deko die mehr oder minder zusammenpasst. In der Regel esse ich pochierte Eier mit Lachs und Scones, da sich das aber nicht mal so eben zubereiten lässt und schon gar nix zum mitnehmen ins Büro ist (schmeckt nur warm, wenn das Ei so schön zerläuft...) weiche ich hier in der Heimat auf die zweite Wahl aus, nämlich Porridge. Den Schotten sei dank mischt man Haferflocken mit ein oder zwei anderen Zutaten, kippt Milch drauf und nutzt eine Mikrowelle um das ganze kurz aufzukochen. Und tataaaa, Frühstück.

Die Grundmischung ist ganz leicht selbst zu machen und hält sich luftdicht verschlossen ziemlich lange. Zum Transport ins Büro fülle ich mir etwas von der Mischung in ein Marmeladeglas (min. 400ml) und nehme die Milch extra mit. Und wenn dann Frühstückszeit ist Milch mit Haferflocken im Marmeladeglas mischen uns für zwei mal eine Minute in der Mikrowelle erhitzen, zwischen den Minuten einmal ordentlich umrühren. Bei einem 400ml Glas kocht die Mischung auch nicht über. 







Man braucht:

für die Grundmischung:
300g zarte Haferflocken (am besten Schmelzflocken)
50g Chiasamen
50g Leinsamen
50g getrocknete Cranberries
25g getrocknete Goij Beeren
25g gehackte Haselnüsse

für die Zubereitung:
200ml Haselnussmilch (oder eine andere Milchvariante, nur Kokosmilch ist zu dickflüssig die sollte man mit Wasser strecken oder die "leichte" Variante von Alpro nehmen).

Alle Zutaten mischen und in einem Gefäß aufbewahren dass man luftdicht verschließen kann (großes Schraubglas). Die Grundmischung lässt sich beliebig variieren, es sind kaum Grenzen gesetzt was die Zusammenstellung von Kernen, getrockneten Früchten oder Nüssen angeht. Wer es gerne süß mag kann auch Schokoraspeln untermischen. Wichtig ist nur dass man ausreichend Schmelzflocken in die Mischung gibt, denn die sorgen für die Bindung. 
Für die Zubereitung einer Portion drei EL Haferflockenmischung (ca. 35-40g) mit 200ml Milch wie oben beschrieben zwei mal für jeweils eine Minute in der Mikrowelle erhitzen (das ganze sollte ein mal kurz aufkochen), zwischendurch ordentlich durchrühren. Lässt sich mit frischem Obst pimpen, wer gerne süß ist sollte erst nach dem Erhitzen Honig oder Ahornsirup über den Porige geben. Vorsicht heiß!






Dienstag, 28. Juli 2015

"Kulinarischer Dienstag" - Frische Kick für heiße Tage

... falls der Sommer noch mal zurück kommt.


Es war schon wunderbar dieses Jahr. Knackig heiß und doch eine leichte Brise, kalte Getränke im Schatten, draußen vor den coolen, kleinen Cafés sitze um Passanten zu beäugen, Füße ins Wasser und Seele baumeln lassen. Die A1 war schon voll, 40km stop-and-go, nur Landkreisfremde Kennzeichen und alle mit dem selben Ziel - Sommer an der Ostsee - und ich nehme den Schleichweg über die Landstrasse und freu mich wie schön hier die Gegend ist.

Und jetzt? Sind es noch 17C, es nieselt oder regnet mal zur Abwechslung. Nur die A1 ist noch voll, immer noch das selbe Ziel - sowas wie Sommer an der Ostsee. Eine Woche noch und dann genießen auch wir freie Zeit, Urlaub daheim, wieder ein Sommer an der Ostsee. Wir nehmen aber die A21 und nen Strand an dem nur Landkreisheimische Kennzeichen auf dem Parkplatz stehen. 

Und falls der Sommer dann doch wieder kommt, knackig und heiß dann habe ich das richtige Rezept zur Erfrischung. Mit nur drei Zutaten und einer Hand voll Eis schlägt dieser Drink jeden Cocktail von Sylt bis St. Tropez. Besorgt Euch schon mal eine richtig große Karaffe...







Man braucht:

zwei Limetten
eine Hand voll Minze
2/3 einer Salatgurke
1,2l Wasser
etwas Eis

Gurke in grobe Stücke schneiden, Miniblätter abzupfen und zusammen mit dem Saft der Limetten in einen Mixer geben. Das Wasser dazu gießen und ordentlich durchmixen bis keine Stückchen mehr herum schwimmen. In einer Karaffe mit ein paar Eiswürfeln eine herrliche Erfrischung. 
Der Mann sagt, es ist ihm nicht genug Zucker drin. Ach ne, sollte ja auch keine Limo werden.

Dienstag, 23. Juni 2015

"Kulinarischer Dienstag" - orientalischer Reis mit Minzjoghurt

Sowas wie Bratreis aromatisch mit Ingwer, Zimt und orientalischen Gewürzen


Der Mann ist ja geschäftlich viel unterwegs, er ist quasi ein Reisemann. Manchmal denke ich mir, was der schon alles gesehen hat, so einfach nebenbei bei der Arbeit, wer weiß ob ich das in diesem Leben noch in meinen Urlauben schaffe. Thematisch gesehen liegen seine hauptsächlichen Reiseziele  meist weit entfernt von meinem geliebten Nordeuropa, für unsere Küche ist es aber prima dass er sich  häufig im asiatischen und orientalischen Raum rumtreibt. Denn da der Mann auch gerne kocht und lecker isst stöbert er auf Märkten nach authentischen Gewürzen der Region. Und so haben wir mit der Zeit eine große Vielfalt an Gewürzen angesammelt, die unterschiedlichste Düfte und Geschmacksrichtungen in unsere Küche bringen. 

Hier zuhause haben wir gerade so etwas wie kulinarische Themenwoche, kann neben den neuen Gewürzen auch an einer neuen Kochbucherrungenschaft liegen ("Humus, Bulgur & Za'atar" von Rawia Bishara). Haben wir ursprünglich erstanden weil der Mann einen großen Beutel Za'atar angeschleppt hat und keiner von uns wusste was man damit eigentlich so macht. Optisch eine eher triste Gewürzmischung in gräulich-grün, geschmacklich lecker - sogar ganz einfach in Olivenöl gerührt und auf frisches Brot gestrichen. Heute also inspiriert von der orientalischen Küche ein Reisgericht, freestyle aus dem Ärmel geschüttelt. Die hübsche Pie-Form eignet sich wunderbar zum Anrichten. Guter Kauf :)





Man braucht: 

200g Basmati- oder Biryanireis
1 Zimtstange
1 Zwiebel
100g getrocknete Cranberries
3 Möhren
1 Zucchini
1 Knoblauchzehe
ca. 1cm Ingwer
1 Dose Kichererbsen
1 TL braunen Zucker
Erdnussöl
2 TL Za'atar oder Ras el Hanout

300g Sojajoghurt
Saft von einer Limette
1 EL Olivenöl
eine Hand voll frische Minze
etwas schwarzen Sesam

Den Reis in ca. 400ml gesalzenem Wasser zusammen mit der Zimtstange aufkochen und im Anschluss 15 Min quellen lassen. Möhren schälen und zusammen mit der Zucchini grob raspeln. Zwiebel würfeln und in ordentlich Erdnussöl zusammen mit dem braunen Zucker bei mittlerer Hitze anbraten. Knoblauch und Ingwer fein hacken und nach ca. 5 Minuten zur Zwiebel in die Pfanne geben und mit anrösten. Dann Zucchini und Möhrenraspeln zusammen mit dem Gewürz mit in die Pfanne geben und andünsten. Kichererbsen abtropfen und zusammen mit dem fertigen Reis (Zimtstange entfernen!) in die Pfanne geben, alles gut vermengen und für etwa 10 Minuten kräftig mitbraten.




Für den Minzjoghurt die Minze fein hacken und Joghurt mit Limettensaft und Olivenöl glatt rühren. Minze unterheben und mit etwas Salz und ggf. Agavendicksaft abschmecken. Das ganze mit etwas schwarzem Sesam garnieren.

Cranberries grob hacken und unter den Reis mischen und dann zusammen mit dem Joghurtdip anrichten. Fertig.